Mangghystau – Am Kaspischen Meer

Auch in Atyrau und Umgebung konnten wir nirgendwo mit dem Büssli ans Kaspische Meer fahren (Delta, keine Strassen, …). Also nahmen wir einen kleinen Abstecher auf die Halbinsel Mangghystau in Angriff, wo es laut Reiseführer wunderschöne Buchten geben sollte. Doch aus dem kleinen Abstecher wurde eine ziemliche Tortur. Wir waren von Berichten im Internet gewarnt worden: die Strasse zwischen Beyneu und Shetpe sei „a really, really bad desert track“. 300km Piste lagen vor uns mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h. Und das Ganze dann auch noch bei 40°C im Schatten, von dem es weit und breit keinen gab! Zum Glück waren einige Abschnitte bereits neu geteert und so konnten wir die ganze Strecke Atyrau-Aktau dann doch fast in einem langen, anstrengenden Tag fahren.

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Am Ende haben sich die Strapazen und die Wüstenstaubschicht auf und im Büssli gelohnt. Zwischen Shetpe und Aktau kamen wir an riesigen Ölfeldern vorbei. Aktau ist eine Stadt zwischen Meer und Wüste die einzig und alleine wegen der Öl- und Uranvorkommen gebaut wurde. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt und einen Stadtplan organisiert hatten (den braucht man in Aktau unbedingt, da es keine Strassennamen gibt, nur Nummern), fuhren wir wieder hinaus in die Wüste, wo wir uns nördlich von Aktau ein Plätzchen am Strand suchten und unser Lager aufbauten. Türkisblaues Meer und kleine Muschelsandbuchten zwischen den Kalksteinklippen und mitten drin unser Büssli direkt auf den Klippen. Eigentlich wunderschön, wäre da nicht dieser Abfall! Die Kasachen haben ihren Abfall leider nicht so im Griff. Alles wird liegen gelassen und was gesammelt wird, wird auf offenem Feld verbrannt.

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Nach einem Bad im sehr kalten Kaspischen Meer haben wir zum ersten Mal auf dem Biolite Kocher unser Abendessen gekocht. Hat super funktioniert und Gas gespart haben wir dadurch auch. Unser Gastank war nämlich fast leer und wir konnten bisher kein neues Gas tanken – obwohl wir mitten im weltgrössten Ölfeld sassen. Das Problem war, dass keine LPG-Tankstelle einen passenden Adapter zu unserem Tank hatte. Das musste schleunigst geändert werden, und somit haben wir uns am nächsten Tag mit Hilfe eines Aktauers auf die Suche nach einem Mechaniker gemacht, der uns einen Adapter bauen könnte. Der freundliche Herr düste mit uns kreuz und quer durch die Stadt bis wir beim fünften Anlauf endlich einen Mechaniker gefunden haben, der geöffnet hatte. Innerhalb von ein paar Stunden hat er uns einen passenden Adapter für umgerechnet 15 CHF gedreht. Endlich konnten wir wieder Gas tanken!

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Am darauf folgenden Tag fuhren wir zurück nach Shepte und von dort aus ein Stück weiter nach Nordwesten zum Berg Scherkhala, der wie eine riesige Jurte aus der Steppe emporragt. Ein Stück weiter in Richtung Schair haben wir uns noch eine Oase und wundersame steinerne Kugeln angeschaut. Die Kugeln sind über viele Millionen Jahre hinweg durch Ablagerung von Mineralien um kleine Meeresgetiere herum entstanden.

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Anschliessend ging es an die Rückfahrt nach Atyrau, auf die wir uns so gar nicht freuten. Diesmal hatten wir allerdings besser geplant und sind ein erstes kleines Stück der Horror-Strecke Shetpe-Beyneu am Abend gefahren als es schon langsam wieder kühler wurde. Für den Rest der Strecke sind wir am nächsten Morgen um 5 Uhr aufgestanden, haben alle Vorhänge hinten geschlossen gelassen und sind direkt losgefahren als es gerade hell genug war. Somit hatten wir die ganze Zeit die Sonne im Rücken und waren vor der Mittagshitze in Beyneu. Von Beyneu nach Atyrau waren die Strassen wieder besser und wir hatten den Fahrtwind als Klimaanlage.