Novosibirsk

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Angeblich der geografische Mittelpunkt von Russland (berechnet ohne die Krim)

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Lenin ist auch ein Skater

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Die Freiheitsstatue von Novosibirsk. Für mehr Freiheit hat es damals nicht gereicht 😉

 

 

Die unendliche Geschichte mit TNT hält uns seit einer Woche in Novosibirsk fest. Wir hatten gehofft, mehr vom Altai sehen zu können, aber das kränkelnde Büssli liess uns auf der gut befahrbaren Hauptstrasse bleiben und die Schwerfälligkeit von TNT rief uns zurück nach Novosibirsk. Wir haben glücklicherweise – über Beziehungen 😉 – ein hübsches Hostel (Hostel Provence) im Zentrum gefunden, von wo aus wir jeden Werktag zu TNT Novosibirsk spazieren, damit wir dort nicht in Vergessenheit geraten. Nebenbei versuchen wir aber auch, ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Wenn Novosibirsk auch nicht gerade vor Sehenswürdigkeiten strotzt, so kann man sich doch mit kleineren Ausflügen die Zeit vertreiben. Wir sind zum Beispiel im grössten Einkaufszentrum der Stadt (Aura) shoppen und günstig essen gegangen, haben das kleine CCCP-(UdSSR-)Museum angeschaut und den Zoo besucht. Das Museum ist herzerfrischend. Es befindet sich in einem Kellerraum, in dem der Geruch an Omas Kleiderschrank erinnert und alles etwas chaotisch aussieht. Der Kühlschrank von 1962 läuft sogar noch und kühlt fleissig die Klappstullen der Angestellten. Das Tolle ist: Man darf alles anfassen und fotografieren. Die Angestellten bemühen sich sehr und bieten auch Führungen an. Da leider alle ausschliesslich russisch sprechen, haben wir jedoch auf eine Führung verzichtet.

Vor dem Zoo in Novosibirsk muss man im Gegensatz zu anderen Zoos in Russland keine Angst haben. Die Bedingungen, unter denen die Tiere dort eingesperrt sind, scheinen relativ anständig, wenn auch manche Käfige zu klein sind (aber das sind sie ja eigentlich in jedem Zoo). Für die Besucher ist bestens gesorgt: Die ganze Anlage ist gross, grün und durch die vielen Bäume recht schattig, was bei den sommerlichen Temperaturen hier (~30°C) super ist.

 

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Muntere Erdmännchen im Zoo

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Knutovski von Novosibirsk

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CCCP Museum

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Komisch die gleichen Plakate kann man unseren alten Bunkern sehen 😉

 

 

TNT Express – „Sure we can“ …but why bother

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„sure we can“ Da sind wir uns nicht so sicher…

 

 

Unser nächstes Abenteuer hiess „Neue Zylinderköpfe nach Novosibirsk bringen“. Wir hatten uns für eine Nacht im Hostel Dostoevsky einquartiert, da wir unsere Visa noch registrieren lassen mussten. Ausserdem brauchten wir eine gute Internetverbindung zum Organisieren der Zylinderköpfe. Bei der VW-Bus-Werkstatt in Winterthur konnten sie alle benötigten Teile parat machen und ein Päckchen schnüren. Wir wollten es „wie gewohnt“ per UPS verschicken lassen, jedoch kam auf der Internetseite von UPS eine Fehlermeldung. Also haben wir die nächste UPS-Filiale in Novosibirsk herausgesucht – sie war glücklicherweise nur ein paar hundert Meter vom Hostel entfernt – und sind dort hinspaziert. Die Mitarbeiterin von UPS sprach sogar Englisch! Wir erklärten ihr unser Anliegen und sie erklärte uns die russischen Zollgesetze: Per Kurierdienst könne man Pakete nur von Unternehmen zu Unternehmen schicken lassen und dann auch nur, wenn der Warenwert 200 Euro nicht übersteigt. Ausserdem müsse das absendende Unternehmen allen Papierkram und die Zahlung der Transportkosten übernehmen. Pffff… Okay, „von Unternehmen zu Unternehmen“ war ja noch möglich, schliesslich sind die VW-Bus-Werkstatt und das Hostel jeweils ein Unternehmen. Aber das mit dem Warenwert war ein Problem und die Papierkram-Bürde wollten wir der VW-Bus-Werkstatt auch nicht auferlegen. Die Dame von UPS meinte dann noch, dass wir das Paket einfach mit der Post schicken könnten; das dauere zwar länger, aber dafür läge der maximale Warenwert viel höher und es könne auch von Privatperson an Privatperson verschickt werden.

Okay, dann also per Post. Sicherheitshalber haben wir bei der Post in der Schweiz angerufen und nachgefragt, wie lange unser Paket nach Novosibirsk hat. Die Post-Angestellte hat uns mit TNT verbunden, mit dem die Post bei dringenden Sendung zusammenarbeitet. TNT hat uns versichert, dass die Sendung kein Problem sei und innerhalb von etwa einer Woche in Novosibirsk ankommen würde. Na, wunderbar. Christians Papi hat sich lieberweise bereit erklärt, das Paket von der VW-Bus-Werkstatt abzuholen und zur Post zu bringen (ganz lieben Dank nochmal dafür!!!). Der Versand würde laut Pöstler allerdings dann doch 11 Tage dauern (trotz „Urgent“-Sendung). Naja, wir dachten, dass die Post einfach auf der sicheren Seite kalkuliert. Da unser Büssli ja noch ein bisschen fahren konnte, würden wir die Zeit schon sinnvoll verbringen können.

In der Sendungsverfolgung haben wir dann das Paket sogar schon am nächsten Tag in Moskau wiedergefunden. Leider kam dann auch gleich die Nachricht, dass wir bitte TNT kontaktieren sollten. Wir haben also bei TNT Schweiz angerufen und ein paar Stunden später eine E-Mail erhalten, die uns TNT Schweiz wiederum von TNT Moskau weitergeleitet hatte. Es gäbe Probleme bei der Verzollung unseres Pakets, da der Empfänger eine Privatperson ist. Deshalb müsse der Empfänger selbst für die Verzollung sorgen und folgende Dokumente der Zollstelle in Moskau vorlegen: 1. Pass-Kopie des Empfängers; 2. Bewerbung an den Moskauer Zoll; 3. Brief an die Zollstelle; 4. Kaufquittung der im Paket enthaltenen Waren. Da uns unklar war, wie genau die Punkte 2 und 3 aussehen und wohin genau wir all dies schicken sollten, haben wir an TNT Schweiz zurückgeschrieben. Als Antwort kam dann eine Telefonnummer von TNT Moskau und der Hinweis, dass das Paket auch in die Schweiz zurückgeschickt werden könne, was aber 3 Monate dauern würde. Haahaa! Also haben wir bei TNT Moskau angerufen und gefragt, ob die Person am Telefon Englisch spreche. Wir wurden weiterverbunden und haben erneut nach Englisch gefragt. Daraufhin wurde aufgehängt. …Hmpf…

Wir haben dann eine etwas böse Mail an TNT Schweiz geschrieben, dass sie uns jetzt verdammt nochmal weiterhelfen sollen. Wenn sie ihre Kunden schon nicht im Voraus über die nötigen Zollformulare informieren können, dann doch bitte wenigstens jetzt den Schaden so klein wie möglich halten und schnell fürschi machen! Es kam zwar eine Mail zurück, aber leider nur Aussagen, dass die russischen Zollbestimmungen ja so schrecklich strikt seien und dass TNT da ja gar nichts machen könne. Bitte?!? Scheinbar kann man ja schon etwas machen, man muss nur herausfinden, was genau. Und das ist unserer Ansicht nach eine der Kernaufgaben eines Kurierdienstes und nicht Aufgabe des viel zahlenden Kunden!

(15.7.14) Um irgendwie weiterzukommen, haben wir beschlossen, zur TNT Filiale in Barnaul zu gehen (wir waren in der Zwischenzeit aus Novosibirsk herausgefahren, um noch etwas von der Gegend zu sehen). Wir sind zu der Adresse, die im Internet angegeben war, gefahren. Dort stand ein grosses, offiziell ausschauendes Haus mit vielen Büros drin, die alle zu verschiedenen Einrichtungen/Unternehmen gehörten. Wir liefen durch die dunklen Flure und suchten nach dem richtigen Büro. Im ersten Stock stand Apothekerschrank an Apothekerschrank gereiht und die vielen kleinen Schubladen darin waren gefüllt mit Karteikarten (Was dort wohl so altertümlich verwaltet wird!?). Nachdem wir verschiedene Leute nach dem richtigen Büro gefragt haben und einmal ums Haus gerannt sind, haben wir erfahren, dass TNT Express nicht mehr in diesem Gebäude sei. Einer netter Herr hat für uns die richtige Adresse aus dem Internet gesucht. Dort sind wir hingefahren, haben aber nur eine schmale, holprige Strasse mit kleinen, klapprigen Holzhütten bei der angegebenen Hausnummer gefunden. Kein TNT Express. Nach einigem Herumlaufen und Durchfragen haben wir dann endlich die TNT Filiale gefunden! Sie hat sich in der Querstrasse zu der angegebenen Strasse in einem Hinterhof versteckt. Und dann auch noch unter dem Pseudonym „FedEx“… Sowas!

Die Dame in diesem geheimen TNT Büro hat länger hin und her telefoniert und uns schlussendlich die E-Mail-Adresse und Telefonnummer von Olga, die bei TNT Moskau arbeitet, gegeben. Wir haben Olga eine Mail geschickt. …und etwas später eine Ferienabwesenheitsmail (für die kommenden zwei Wochen) ohne Angabe einer Stellvertretung bekommen.

(16.7.14) Wir gaben nicht auf und haben es mit einem Anruf bei TNT Schweiz und einer Nachricht über das Kontaktformular von TNT Russland im Internet probiert. Dann sind wir mit der Hoffnung bei TNT Novosibirsk mehr zu erreichen zurück nach Novosibirsk gefahren. Kurz bevor wir dort ankamen, erhielten wir eine Mail von TNT Moskau mit genaueren Angaben und Formularen. Alles auf Russisch natürlich. Da wir ja schon vor der Tür von TNT Novosibirsk standen, haben wir die Mail den Damen im Büro direkt vorgelegt. Sie konnten glücklicherweise ein bisschen Englisch und haben uns beim Ausfüllen der Formulare sehr geholfen! Alleine hätten wir das selbst mit Google Translator wahrscheinlich nicht geschafft. Vor allem hätten wir wohl mindestens einen ganzen Tag damit zugebracht. Die TNT-Damen wollten sich auch um das Weiterleiten der Formulare kümmern, da sie im Original nach Moskau geschickt werden müssen.

(17.7.14) Etwa 20 Stunden lang haben wir geglaubt, dass wir nun endlich unseren Beitrag geleistet haben und jetzt alles seinen Lauf nehmen würde. Pustekuchen. Denn nach diesen etwa 20 Stunden kam eine Mail von TNT Novosibirsk. TNT Moskau ist scheinbar wieder eingefallen, dass sie die Verzollung für Privatpersonen ja gar nicht übernehmen! Das heisst, dass TNT Moskau unsere Formulare nicht für die nötigen Stempel an den Moskauer Zoll herüberreicht (wie sie es wahrscheinlich eh mit hunderten Dokumenten pro Tag machen), sondern dass wir selber mit all den Formularen durch Novosibirsk gurken müssen, um ein Zollamt zu finden, dass sich unserer erbarmt und stellvertretend für den Moskauer Zoll auf unseren Papierberg stempelt. Erst dann könnten die Dokumente nach Moskau geschickt werden. Und erst danach ist TNT Moskau wieder in der Lage einen Finger zu krümmen, um unser Paket weiterzuschicken. Netterweise hat uns TNT Novosibirsk die Adresse von der Zollbehörde herausgesucht (Wir nominieren TNT Novosibirsk übrigens zu den TNT-Mitarbeitern des Monats) und wir haben uns mit dem Taxi auf den Weg gemacht: Zuerst die Formulare von TNT Novosibirsk abgeholt, dann weiter zur Zollbehörde. Dort hat ein Zollbeamter stirnrunzelnd unseren Dokumentenberg durchgeschaut und einen Kollegen, der Englisch konnte, zu Hilfe gerufen. Der Kollege war sehr freundlich und musste über unsere Büssli-Reparatur-Abenteuer lachen. Nachdem er sich auch einen Einblick in die Dokumente verschafft hatte, meinte er, dass unser Problem zu lösen sei, wir bei ihnen bloss an der falschen Stelle seien. Er gab uns eine andere Adresse und meinte, dass wir dort am nächsten Morgen hinfahren sollten, um die benötigen Stempel abzuholen. Auf unsere Frage hin, ob dieser ganze Papierkrieg für ein kleines Paket normal sei, meinte er, dass bei dem Wert unseres Pakets gar keine Verzollung notwendig wäre. Eigentlich hätten die Zöllner in Moskau unser Paket einfach durchwinken können… Oh, Mann!

(18.7.14) Am nächsten Morgen machten wir uns also auf zu dieser Adresse irgendwo am Rande von Novosibirsk. Die Taxifahrt kostete 270 Rubel (~7 CHF) und dafür hatte das Taxi sogar funktionierende Sicherheitsgurte. In der Zollstelle trafen wir am Schalter auf Alexei, der schon gestern von einem der Zollbeamten über uns ins Bild gesetzt worden war. Er schaute unseren Stapel Papiere durch und nach einigen Fragen und Erklärungen sollten wir in der Wartezone Platz nehmen. Die Ordnung in diesem Betrieb war mal was Neues für uns. Im Vergleich zu den in Kasachstan und Kirgistan üblichen Drängler-Pulks vor den Schaltern lief hier alles sehr ruhig ab. Und wenn trotzdem jemand zu drängeln versuchte, gab es ein paar scharfe Worte von den Beamten. Nach rund einer Stunde Warten erhielten wir dann endlich unser abgestempeltes Zollformular. Man beachte die Menge an Stempeln, die insgesamt (scheinbar) nötig waren! Wenn jeder Stempel für einen Beamten steht, der unsere Dokumente studiert hat… na, dann Prost Mahlzeit. „Lean“ ist was anderes :-).

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Das Zollformular mit dem roten Stempel.

Mit dem Formular machten wir uns schnellst möglich auf zu TNT. Schliesslich lag unser Paket ja immer noch in Moskau und ohne dieses Formular würde es dort wohl auch nicht wegkommen. Bei TNT wurde uns dann versprochen, dass das Paket am Montag in Novosibirsk sei.

(21.7.14) Am Montag Morgen gingen wir als erstes bei TNT vorbei. Leider sei unser Paket noch nicht eingetroffen, aber am Dienstag Morgen käme es sicher.

(22.7.14) Am Dienstag Morgen haben wir erfahren, dass das Paket jetzt verzollt sei, leider aber erst am Mittwoch Morgen eintreffen werde.

(23.7.14) Am Mittwoch Morgen haben wir erfahren, dass das Paket nun unterwegs sei, leider jedoch erst am späten Abend eintreffen werde und wir es somit erst am Donnerstag Morgen abholen könnten.

Tja, so viel zum Thema TNT Urgent.

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Was TNT unter Urgent versteht. Und das lassen sie sich sogar teuer bezahlen!

 

Wir sind gespannt auf morgen…

Novosibirsk – Обское море

In Omsk haben wir zwei Werkstätten besucht; eine war sogar auf VW spezialisiert, die andere auf Lastwagen (dort sind wir mehr per Zufall vorbeigekommen). Beide fanden, dass sie den Büssli-Motor mit den entsprechenden Ersatzteilen reparieren könnten. Wir waren jedoch nach unseren Erfahrungen in Almaty nicht so ganz davon überzeugt und wollten eine richtige VW-Werkstatt. Daher beschlossen wir mit dem Rauchzeichen-gebenden Büssli weiter nach Novosibirsk zu fahren. Dort gibt es nämlich eine offizielle VW-Werkstatt. Sogar zwei laut Internet. Die 800 Kilometer von Omsk nach Novosibirsk liefen dann auch ganz flott und ohne weitere Probleme. Zu bewundern gab es vor allem die weite sibirische Landschaft. Ein bisschen wie Finnland, aber viel grösser. Die Übernachtungsplätze haben wir versucht, so mückenarm wie möglich auszusuchen, aber das war eigentlich praktisch nicht möglich. Und wenn es doch mal wenig Mücken gab, dann gab es viele kleine, lästige Fliegen.

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In Novosibirsk haben wir einen der beiden VW-Vertreter angesteuert. Nach einer kurzen Diagnose des Motors haben wir erfahren, dass es wohl ein Leck im Kühlwasserkreislauf gibt. Eigentlich ja nichts Neues für uns; spannend war aber, dass sie die Diagnose anhand der Verfärbung der Zündkerzen erstellt hatten. So konnte sogar bestimmt werden, welcher Zylinder Wasser frisst. Hätten wir das auch schon vor unseren Ferien feststellen können? Naja, wir lernen dazu. Wie auch immer, die Zündkerzen waren eh schon überfällig und so haben wir diese auch gleich gewechselt. Wir haben für den nächsten Tag einen neuen Termin ausgemacht, um zu schauen, ob eine Verfärbung der neuen Kerzen die Diagnose bestätigt. Ausserdem wollten wir das Ventilspiel einstellen lassen, in der Hoffnung, dass dann das Klappern der Stössel, das uns seit Almaty verfolgt, verschwindet.

In der Werkstatt haben wir Aleksandar kennengelernt. Ein Russe mit deutscher Abstammung. Er war eine grosse Hilfe beim Übersetzen und zeigte uns am Abend dann auch einen wunderschönen Platz am Обское море, dem Novosibirsker „Meer“ (Stausee), wo wir übernachten konnten. Nach einer kurzen Nacht und einem morgendlichen Bad im kühlen See sind wir wieder in die Werkstatt gefahren. Der Mechaniker, der sogar eine russische Ausgabe unseres Büssli-Handbuches hatte, stellte das Ventilspiel ein. Er ist selbst Besitzer einer VW-Busses ist (vermutlich einer der östlichsten der Welt), was uns irgendwie beruhigt hat. Bei einem solchen Mechaniker ist unser Büssli in guten Händen. Der erneute Check der Zündkerze im vermutlich kränkelnden Zylinder 3 war wieder verfärbt – das Leck war somit bestätigt. Da die Dichtungen ja gerade erst gewechselt wurden, vermuten wir das Leck im Zylinderkopf selbst (auch wenn unser Mech in der Schweiz noch nie so etwas erlebt hat). Den Grund für das laute Motorengeräusch, das wir seit Almaty hören, wurde auch gefunden: ein Leck im Auspuff direkt nach dem Zylinderkopf. Nicht tragisch, einfach nur laut. Die Stössel klappern leider auch nach dem Einstellen noch immer wie zuvor.

Also, neue Zylinderköpfe müssen her. Da es schon spät war, sind wir wieder zum Обское море rausgefahren, um dort die Nacht zu verbringen. Die Ersatzteillogistik wollten wir am nächsten Tag organisieren. Da wussten wir aber noch nicht wie kompliziert Mutti Russland sich anstellen kann…

Am Обское море war unser Plätzchen von der vorheriger Nacht leider schon besetzt, so dass wir uns ein wenig daneben platzieren mussten. Zum Abendessen gab es leckeren Lachs vom Grill und Nudelsalat – das erste Mal seit langem, dass wir die Zeit und Musse hatten, etwas zu kochen. Und dann auch noch etwas anderes als Pasta mit Tomatensauce. Bevor wir zum Essen kamen, wurde Christian jedoch von unseren russischen Nachbarn zur Ausbesserung der Treppe, die an den See hinunterführte, eingespannt. Zusammen mit Sasch und Sergei „durfte“ er Sand schaufeln und Holzblöcke eingraben. Zum Dank gab es später Wodka, Tee und selbstgebackene Hotdogs.

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Christian hatte sich beim Treppenbau so gut angestellt, dass er nach unserem Lachs-Abendessen wieder helfen sollte. Diesmal beim „Fischen nach russischer Art“. Die vier Männer haben sich in die Fluten gestürzt und ein Stück vom Ufer entfernt zwei lange Fischernetze im See ausgebreitet. Am nächsten Morgen um 5 wollten die Russen sie wieder einholen (dann seien die Netze voller Fische). Natürlich wieder mit Christians Hilfe, ist ja klar! Christian war natürlich hellauf begeistert und voller Tatendrang :). Aber eigentlich hoffte er, dass sie uns dann doch nicht wecken würden…

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Später am Abend kam uns noch Aleksandar mit seiner Frau besuchen. Sie brachten uns frisches Gemüse aus ihrem Garten mit (das bekommt man hier sonst nur auf Märkten – in den Supermärkten ist das Gemüse selten frisch) Ausserdem haben sie uns selbstgemachte Gefüllte Weinblätter geschenkt – lecker! Bis um halb drei haben wir uns bei Wodka und Bier mit Aleksandar und seiner Frau sowie mit einem unserer Zeltnachbarn unterhalten. Unser Zeltnachbar hat uns dabei unsere Landkarte neu beschriftet und alle schönen Orte von Novosibirsk bis Wladiwostok eingekreist.

Am nächsten Morgen – zum Glück nicht um fünf, sondern erst um halb acht – polterte es dann ans Büssli. „Ryba, Ryba“ („Fisch, Fisch“), wurde gerufen und wieder geklopft. Bald war klar, dass Christian wohl zum Dienst antreten musste. Also, auf in die Badehose und ins kühle Nass. Mit einer Luftmatratze bewaffnet, schwammen die drei Herren (der Vierte, unser nächtlicher Besucher, schlummerte noch tief und fest in seinem Zelt) Richtung Netze und siehe da: Die Netze waren tatsächlich voll mit Fischen. Mindestens drei verschiedene Sorten (vermutlich Egli, kleine Hechte und sonst noch etwas Forellenähnliches) von 5 bis 30 cm Länge und etwa 20 Stück pro Netz. Nachdem alles auf die Luftmatratze geladen war, wurde diese samt Fischen das steile Ufer hinaufgehievt. Die russischen Fischerkollegen sprachen dann schon wieder von Wodka, aber Christian lehnte dankend ab und legte sich nochmals aufs Ohr. Der gestrige Abend war lang…

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Flucht aus Almaty

Irgendwie und mit Hilfe des neuen Dichtungssatzes aus der Schweiz haben sie bei der VW-Werkstatt in Almaty unser Büssli wieder einigermassen „flott“ gekriegt. Es läuft zwar nicht so wie gewohnt – die Hydrostössel klappern und der Motor dröhnt lauter als normal -, aber wir mussten Kasachstan wegen des ablaufenden Visums verlassen. Es scheint doch viel schwieriger zu sein, eine Werkstatt zu finden, die rein mechanische Boxermotoren reparieren kann als eine, die sich mit neuen Autos mit viel Elektrokram drin auskennt.

Von der Werkstatt aus fuhren wir zum Hostel und beluden unser Büssli wieder mal von Neuem. Nach der Erfahrung der vorigen Abfahrt aus Almaty waren wir skeptisch und so richtige Freude kam nicht auf. Auch wegen der rund 1800 km, die wir innerhalb von 3 Tagen über kasachische Strassen fahren mussten. Nachdem alles eingeladen war und wir uns von unserer super lieben Hostel-„Mama“ verabschiedet hatten, ging es los durch den Abendverkehr von Almaty. Zwei Stunden später nach viel Gedränge, Gehupe und dichten Abgaswolken fuhren wir endlich auf der M36 Richtung Astana. Gemäss Recherche sei dies die Strasse, auf der wir am schnellsten nach Russland kommen sollten. Der Zustand reichte dann auch von passabler Landstrasse bis zu neuer, sechsspuriger Autobahn. Wir verbrachten zwei Tage mit je bis zu 14 Stunden Büssli-Fahren. Den quietsch-türkisfarbenen Balkash-See haben wir leider nur von weitem gesehen. Langsam veränderte sich die Landschaft: aus Steppe wurden grüne Wiesen, aus grünen Wiesen Sumpflandschaften mit kleinen Birkenwäldchen. Pünktlich am 5.6., dem Ablauftag unseres Visums, erreichten wir die kasachische Grenze. Die Ausreise aus Kasachstan und die Einreise nach Russland liefen glücklicherweise schnell und unkompliziert.

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Das Problem mit dem Rauch/Dampf beim Warmstart haben wir leider noch immer. Es kommt etwas weniger aus dem Auspuff als vor der Reparatur, aber ein Leck zwischen Wasserkreislauf und Zylinder ist scheinbar immer noch da. Wir sind langsam wirklich ratlos. Eine Fahrt durch die Mongolei kommt so nicht in Frage, darum wollen wir in Novosibirsk nochmal einen Reparaturversuch starten. Die Frage ist nur, in welcher Werkstatt?!?! Wenn es nicht mal eine offizielle VW-Werkstatt schafft…

Noch ist uns das Lachen nicht vergangen… 😉

 

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Noch immer Almaty

Nach bangem Warten ist das Paket mit den Ersatzteilen am Donnerstag endlich in Almaty eingetroffen. Doch hier in Almaty liefert UPS die Pakete nicht aus, nein, man muss sie am Flughafen abholen, wenn man sie innerhalb einer nützlichen Frist erhalten will. Also haben wir uns mit einer Adresse und einer Telefonnummer bewaffnet und ein Taxi bestellt. Bei den sogenannten Temporären Lagerhallen – quasi im Hinterhof des Flughafens – machten wir uns auf die Suche nach unserem Paket. Nach einiger Zeit fanden wir Yevgeny, unseren UPS-Kontaktmann. Durch eine Passkontrolle ging es für Christian in den Zollfreibereich. Dort musste er wieder mal das von den Grenzübertritten bekannte Zollformular ausfüllen und dem Zöllner erklären, was genau in unserem Paket ist. Mit dem Formular und einem Stempel darauf ging es weiter zum Lager von UPS. Leider hatte Yevgeny den Schlüssel zum Lagerraum verloren. Naja, dann halt mit Gewalt: Die Tür wurde „nach kasachischer Art“ einfach aufgebrochen… Und da lag es auch schon: zwischen vielen anderen Paketen lachte Christian das ersehnte Paket mit den Ersatzteilen an. Auf dem Weg nach draussen musste Christian das Zollformular wieder abgeben und bekam ein neues Formular, für das es bei der Zollverwaltung nochmals ein Stempel gab. Dann ging es Richtung Ausgang, wo er das neue Formular wieder abgeben konnte und das Paket nun offiziell in Kasachstan eingereist war.
Sofort machten wir uns zur VW-Werkstatt aus, wo die Dichtungen erfreut und auch ein wenig erstaunt entgegengenommen wurden. Vermutlich hatten sie nicht geglaubt, dass wir in so kurzer Zeit gute Dichtungen organisieren könnten. Den Motor hatten die Mechaniker bereits ausgebaut und auf der Werkbank parat für weitere „chirurgische Eingriffe“ aufgebahrt.

Am Samstag schauten wir wieder bei der VW-Werkstatt vorbei, um den Stand der Arbeiten herauszufinden. Wir haben erfahren, was die Ursache der  Motorenprobleme nach der „Reparatur“ in der Chaoten-Werkstatt war: Nicht ein minderwertiger Dichtsatz war der Übeltäter, sondern zwei beim Zusammenbau des Motors vergessene O-Ringe. Eigentlich würden wir von der Chaoten-Werkstatt gerne unser Geld zurückverlangen oder ihnen zumindest sagen, wie schlecht sie ihre Arbeit gemacht haben… Die Sprachbarriere macht das allerdings sehr kompliziert. Naja, mal sehen, wir haben ja noch zwei Tage Zeit bis unser Büssli wieder fahrbereit ist. Vielleicht finden wir auch noch eine Lösung für dieses Problem…

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Mittlerweile haben wir es übrigens doch geschafft, zwei Sehenswürdigkeiten von Almaty anzuschauen. Dank Igor, dem deutschsprachigen VW-Mitarbeiter! Er hat uns zusammen mit seiner Familie zu einem abendlichen Ausflug zum Medeu-Eisstadion und auf den Kök-Töbe eingeladen. Das Medeu-Eisstadion ist das zweithöchstgelegenste Eisstadion der Welt. Im Sommer ist es nicht in Betrieb, dafür hat die tolle Aussicht von dort aber das ganze Jahr geöffnet. Der Kök-Töbe ist quasi der Hausberg von Almaty (mit Fernsehturm), auf den man mit einer Gondelbahn fährt. Man könnte auch per Auto hochfahren, aber das wäre natürlich nicht so spektakulär. Auf dem Kök-Töbe haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht und dabei das bunt-leuchtende „Entertainment“ bestaunt: Restaurants, Autoscooter, Sommerrodelbahn, Mini-Zoo, Apfel- (das Wahrzeichen von Almaty) und Beatles-Statuen. Das Beste war aber die Aussicht über das in der Nacht funkelnde Almaty oberhalb der Smog-Wolke. …Und die weissen Baby-Ziegen im Zoo 🙂 …

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сараи вату, Reisende und russische VW-Bus-Fans

Nach der gestrigen Besichtigung von Astrakhan hatten wir für heute eine Bootsfahrt in das Wolgadelta geplant. Leider ist es für solche Bootsfahrten noch zu früh und wir wären wohl die einzigen Teilnehmer gewesen, was zu einem sehr hohen Preis geführt hätte. Daher haben wir uns entschieden Sarai Batu, der Nachbau der Hauptstadt der goldenen Horden aus dem 13. Jahrhundert zu besuchen. Bei der Abfahrt ist uns vor dem Hotel ein grosses Motorrad mit viel Gepäck und deutschem Nummernschild aufgefallen. Bald haben wir auch Nick den Besitzer des Motorrades kennengelernt. Mit ihm zusammen haben wir uns dann Richtung Sarai Batu aufgemacht. Mit Hilfe der Wegbeschreibung von einer freundlichen Polizeikontrolle und ein paar Kilometern über staubige Pisten haben wir Sarai Batu nach über einer Stunde erreicht.

Sarai Batu sieht ein bisschen aus wie eine Filmkulisse und wurde scheinbar auch schon als solche genutzt oder sogar speziell aus diesem Grund errichtet – so genau haben wir das nicht verstanden. Den grossen Glanz vergangener Zeiten haben wir nicht gespürt, aber es war trotzdem ganz eindrücklich. Leider wird die Anlage schlecht unterhalten und somit sieht man, obwohl sie erst 2010 gebaut wurde, schon starke Abnutzung.

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Nach einer angenehmen Unterhaltung und viel Austausch von Reise-Know-How mit Nick haben wir uns wieder auf den Rückweg nach Astrakhan gemacht.

Am Abend waren wir noch mit Andrei, einem VW-Bus-Fan, den wir auf der Internetseite des russischen VW-Bus Fanclub kennengelernt haben, verabredet und haben uns vor dem Hotel zur gegenseitigen Büssli-Besichtigung getroffen. Andrei war begeistert von unserem Bus und hat sofort alle Details erkannt und bestaunt. Er sagte, dass es in Russland sehr schwierig sei, Originalteile zu bekommen. Kein Wunder, denn was bei uns als „Schlachtbus“ ausgeweidet wird, fährt in Russland locker nochmals ein paar Jahre. Andrei selbst hat sogar ein paar Brocken deutsch gesprochen, aber zum Glück hat er seinen Sohn mitgebracht, der sehr gut Englisch gesprochen und somit für uns übersetzt hat.

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Von Moskau ans Kaspische Meer

In Moskau hatten wir nur einen kurzen Zwischenstopp auf dem Hotel-Camping eingelegt – vor allem, um unsere Visa registrieren zu lassen. Allerdings war dies zu diesem Zeitpunkt laut Rezeptionsdamen nicht möglich, da die Ämter wegen des 1.-Mai-Feiertags erst wieder am Montag, also in fünf Tagen, öffnen würden. So lange wollten wir nicht in Moskau verbringen, da unsere Visa für Kasachstan schon bald beginnen. Somit haben wir beschlossen, Moskau im nächsten Jahr mal übers Wochenende zu besuchen und dafür weiter nach Süden zu fahren.

Gesagt, getan – nur, so schnell ging es dann doch nicht, da sich (vermutlich wegen des Feiertags) eine riiiiiesige Blechlawine Richtung Süden wälzte. Und wir mittendrin. Das Problem waren vor allem die Mautstellen, vor denen wegen des grossen Andrangs eine Wartezeit von mindestens einer Stunde entstand. Und dafür zahlt man Maut… (nicht viel, aber immer wieder umgerechnet ein paar Franken). Wir standen also etwa alle 40 km für eine Stunde im Stau. Eigentlich wollten wir bis Voronesh fahren, haben es dann aber wegen der einbrechenden Dunkelheit nur bis etwa 100 km nördlich davon geschafft. Auf einem aussergewöhnlich schönen und gepflegten Rastplatz haben wir einen der letzten Parkplätze ergattert. Der Rastplatz war sogar so schön, dass wir uns dort am nächsten Morgen eine genussvolle Dusche gönnen konnten :).

Weiter Richtung Süden nach Wolgograd. Dort stand unser allererster Besichtigungstermin an (endlich!): Der Mamayev Kurgan mit der 85 m hohen Mutter-Heimat-Statue (Rodina-Mat) zum Gedenken an die Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg – sehr imposant. Obwohl es sich bei dem Ganzen ja um ein sehr ernstes Thema handelt und auf grossen Tafeln der gefallenen Soldaten gedacht wird, ist es wegen des vielen gepflegten Grüns darum herum ein beliebter Platz für Russen, um Hochzeitsfotos zu schiessen.

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Heute sind wir in Astrakhan angekommen. Man sieht mehr asiatisch aussehende Leute auf den Strassen, aber ansonsten ist das Stadtbild nicht gross anders als in den anderen russischen Städten, die wir gesehen haben. Sehenswürdigkeiten sind unter vor allem der aus dem 16. Jhd. stammende Kreml und die selbst am Sonntagabend quirlige Wolga-Uferpromenade.

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Der Weg nach Moskau

Weiter ging’s stramm gen Osten nach Moskau…
Der Strassenbelag wechselte zwischen Flickenteppich und aalglatt. Es wird viel an den Strassen gebaut. In der Nähe der Baustellen ist der Belag oft super – bis die Kante zur alten Strassen kommt.
Je näher wir an Moskau kamen, desto extremer wurde der Verkehr. Ausserhalb der grossen Städte wird „nur“ in den Gegenverkehr hinein überholt (glücklicherweise gibt es meist Standspuren zum Ausweichen und es herrscht nicht viel Verkehr), aber auf den Ringautobahnen von Moskau geht es echt chaotisch zu: Auf einem ca. 5- oder 6-spurigen Autobahnabschnitt fehlten die Fahrbahnmarkierungen komplett (Landebahn-Feeling); Rechts-Überholen ist Standard; Rückwärtsfahren bei verpassten Ausfahrten; auf dem linken Standstreifen (ja, auch links gibt’s einen kleinen Streifen, da der rechte eh als Fahrspur verwendet wird) drängten sich immer mal wieder Motorräder, Polizei- und Krankenwagen vorbei. Und Stau ohne Ende! Mittendrin immer mal wieder ein liegengebliebener LKW, an dem der Fahrer zwischen all den fahrenden Autos etwas zu reparieren versuchte (z.B. Reifenwechsel). Und hier und da natürlich auch mal wieder eine Baustelle.

Im Navi hatten wir die Koordinaten des Campingplatzes eingegeben. Da unser Navi allerdings nur die grossen Autobahnen in Moskau kennt und wir keine Karte von Moskau dabei haben, konnten wir uns nur an der recht ungenauen Beschreibung im Campingführer und an dem im Navi im Nirvana eingezeichneten Zielpunkt orientieren. Unglücklicherweise lag der Campingplatz auch noch direkt an einem Autobahnknäul. Jedes Mal, wenn wir von der Autobahn abfuhren, um in Richtung des Campingplatzes zu kommen, landeten wir auf einer anderen Autobahn, die uns wieder wegführte. Am Ende hatten wir auch ein Knäul aufm Navi. Aber wir haben ihn gefunden: Den Campingplatz… äh, naja, Parkplatz… beim RUSHOTEL. Der teuerste Campingplatz aller Zeiten, aber eben auch der einzige an unserer Route. Toiletten für die Camper gibt’s versteckt im zweiten Stock (über den Personalaufzug); leider keine Duschen. Dafür Strom, WLAN und die Geräuschkulisse der Groooossstadt Moskau. …Und eine wunderbar laue Sommernacht, die für eine tolle Atmosphäre sorgt.

Привет России

Nach einer Nacht auf einer Raststätte (автостоянка) an der lettisch-russischen Grenze haben wir gestern Morgen die Grenze nach Russland passiert. Eigentlich ging am Zoll alles ganz flott. Wir wussten ja schon den ungefähren Ablauf und somit hatten wir bald alle Stempel beisammen. Natürlich mussten wir auch das ganze Büssli zeigen und jede Kiste aufmachen. Alkohol und Lebensmittel waren den Zöllnern egal. Aber eine kleine Dose mit Sägemehl bei den Ersatzteilen war dann sehr verdächtig. Obwohl ich alle Ersatzteile, die ich von unserem Automechaniker bekommen habe, genau studiert hatte, konnte ich mich an diese Dose und vor allem deren genauen Zweck überhaupt nicht mehr erinnern. Nachdem alle Zöllner mal daran gerochen haben, sahen sie dann ein, dass es wohl weder was Gefährliches noch was Verbotenes ist. Nach rund 2 Stunden waren wir dann endlich in Russland angekommen.

Das nächste Nachtlager haben wir auf einem Campingplatz am See aufgeschlagen. Plumpsklo und Wasser aus der Tonne… tja, wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen. Willkommen in Russland 🙂