Irkutsk

Nach unserem Ausflug nach Olchon wollten wir uns Zeit nehmen, um Irkutsk anzuschauen. Die Altstadt von Irkutsk ist nicht besonders gross und somit gut in ein paar Stunden abzulaufen. Da Irkutsk auch zu Sowjetzeiten für Besucher offen war, ist es recht gut auf Touristen eingestellt. In vielen Restaurants gibt es englische Speisekarten, es gibt touristische Wegweiser auf Englisch und sogar einen mit einer grünen Linie markierten Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Vor den Sehenswürdigkeiten stehen Schilder mit Infos auf Russisch und auf Englisch. Soviel Englisch haben wir noch in keiner russischen Stadt gesehen!

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Wenn Lenin das wüsste, er würd sich im Grab umdrehen…

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Typisches sibirisches Holzhaus.

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Ohne Worte

 

Unsere Hostel-Mama im „Mama Hostel“ sprach sogar Deutsch. Das Hostel war klein, gemütlich, zentral, aber trotzdem ruhig, in einem typisch sibirischen, alten Holzhaus; es gab eine verschmuste Katze und Hostel-Mama Galina hat uns verwöhnt und unsere Wäsche gewaschen. Am Morgen kamen acht deutsche Trans-Sib-Reisende an und Galina füllte uns alle mit Blinis ab, während wir lustig plauderten.

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Mama Hostel

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Schmusekatze vom Hostel

 

Olchon im Baikalsee

Wir hatten keine Ahnung, wann und wie oft die Fähre vom Festland nach Olchon fährt. Also machten wir uns auf gut Glück zum Fähranleger auf und reihten uns in die Schlange der wartenden Autos ein. Etwa 75 hatten wir vor uns. Doch leider passten immer nur etwa zwölf Autos auf die Fähre und sie fuhr nur einmal die Stunde. Naja, wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass die Uhren in Mittelasien langsamer ticken als in Mitteleuropa und ertrugen somit die sechs Stunden Wartezeit ohne grössere Ungeduldsanfälle. Die Überfahrt war umsonst und dauerte keine zehn Minuten.

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Schon von weitem haben wir gesehen, dass Olchon landschaftlich recht speziell ist. Es regnet nur wenig und dementsprechend karg ist die Landschaft. Auf der Westseite der Insel gibt es so gut wie keine Bäume und Sträucher, nur niedriges Gras und Schotter- bzw. Sandpisten. Dafür ist aber das Wasser auf dieser Seite „wärmer“, so dass auch Warmduscher wie wir sich – wenn auch fröstelnd – in den See begeben können. Ach ja, selbst für ein bisschen Wasserballett hat’s gereicht.

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Die vielen Touristen, die mit uns auf die Insel übergesetzt hatten, verteilten sich recht gut auf der Insel, so dass wir beim Übernachtungsplatz eher die Qual der Wahl hatten. Allerdings war es nicht so einfach, einen Platz zu finden, der einen Zugang zum Wasser und ein nicht einsehbares „stilles Örtchen“ bot… Aber letztendlich hatten wir einen guten Platz mit einer phänomenalen Aussicht.

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Wir sind knapp drei Tage auf Olchon geblieben. Es war schön, mal wieder eine längere Langstrecken-Fahrpause zu haben und sich für andere Dinge mehr Zeit zu nehmen. Zum Beispiel fürs Kochen (es gab Kaiserschmarrn mit von Hand geschlagenem Eischnee).

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Einmal quer durch Sibirien

Der Baikalsee rief uns und wir folgten seinem Ruf. In 3,5 Tagen sind wir durch die malerische Taiga, umrahmt von spektakulären Wetterkapriolen, von Novosibirsk nach Irkutsk gebraust.
Am ersten Tag regnete es eimerweise. Vor allem in den Städten war das Abwassersystem hoffnungslos überfordert (Gab es überhaupt eins? Wir haben keine Gullis gesehen…) und das Wasser stand teilweise 20 cm tief auf dem Asphalt oder rauschte in Sturzbächen an uns vorbei. Uns taten die russischen Fussgängerinnen in ihren Kleidchen und Stöckelschühchen Leid. Aber ehrlich gesagt war es auch ein bisschen lustig ;). Ach ja, und da Schadenfreude bekanntlich nicht ungestraft bleibt, tauchte wenig später unser schon aus einem früheren Spanien-Urlaub bekanntes Regenproblem auf: Der Motor schaltete ab. Der Motor liess sich zwar immer gleich wieder anstellen, aber nie lang, vor allem nicht im langsamen Stadtverkehr. So zündete Christian alle 50 m neu bis wir einen Parkplatz gefunden hatten. Dort liessen wir das Büssli eine gute halbe Stunde trocknen (es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen). Danach fuhren wir – immer noch nicht flüssig – weiter. Ausserhalb der Stadt ging’s dann wieder gut. Dort war auch nicht so viel Wasser auf der Strasse. Am Abend auf einer „Avtostajanka“ (Autorastplatz) machten wir einen Zündkabel-Check, indem wir im Dunkeln bei laufendem Motor Wasser auf die Zündkabel sprühten und nach Funken Ausschau hielten. Zu sehen war nichts, aber wir tauschten trotzdem mal alle Zündkabel aus – ein Versuch war es Wert. Gleich am nächsten Tag, der wieder extrem viel Regen brachte, konnten wir unsere „Reparatur“ testen. Und tatsächlich, der Motor hat nicht abgestellt. Vielleicht hatte ja eins der Kabel wirklich einen Knacks.

 

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Etwa 250 km vor Krasnojarsk haben wir den 18-jährigen Vlad, der mit seinem grossen Rucksack auch in Richtung Osten wollte, aufgegabelt. Vlad schien die vorige Nacht nicht viel Schlaf bekommen zu haben, denn er verschlief fast die ganze Fahrt. Vielleicht lag es an dem heftigen Gewitter, das im Moment fast jeden Abend über Sibirien tobt und im Zelt sicher nicht so angenehm ist wie im Büssli.
Etwa 150 km vor Krasnojarsk bemerkten wir, dass unser Büssli (mal wieder) Kühlwasser verliert und fanden einen undichten Schlauchübergang. Da es nur wenig Wasser war und die Stelle nur schlecht erreichbar war, drückten wir alle vier Daumen (Vlad hat ja geschlafen) und fuhren erstmal weiter.
In Krasnojarsk haben wir Vlad, der mittlerweile ausgeschlafen hatte, ausgeladen und uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz gemacht. Es hat sich aber mal wieder herausgestellt, dass das in und um Grossstädte herum gar nicht so einfach ist. Noch dazu ist die Gegend um Krasnojarsk am Enisej-Ufer sehr hügelig und somit ist fast jedes befahrbare Stückchen Land besiedelt. Am Ende haben wie die Hoffnung auf ein idyllisches Plätzchen aufgegeben und uns auf den Parkplatz an der „Talstation“ eines kleinen (Ski-)Lifts im Süden der Stadt am Rande des Nationalparks gestellt. Da die Strasse eine Sackgasse war und lediglich zum Lift führte, hatten wir mit einer ruhigen Nacht gerechnet. Aber leider fanden auch ein paar Motorradfahrer die wenig befahrene Strasse toll, um dort ihre nächtlichen Runden zu drehen…

 

 

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Nach einer kurzen Nacht fuhren wir weiter Richtung Irkutsk. Als wir auf dem Parkplatz eines kleinen Supermarkts in Nischneudinsk anhielten und einen kurzen, prüfenden Blick unters Büssli warfen, sahen wir einen deutlichen Kühlwasserfleck. Mist! Zum x-ten Mal räumten wir das Büssli hinten aus, um in den Motorraum schauen zu können. Diesmal leckte es an einer anderen Stelle – auch hier an einem Schlauchübergang. Naja, das sollte eigentlich auch in einer kleinen Dorfwerkstatt zu reparieren sein. Also suchten wir uns eine der in jedem Örtchen zahlreich vertretenen Werkstätten aus, die gerade noch einen Platz frei hatte. Die Werkstatt befand sich etwa 100 m vom örtlichen Ballungszentrum der Autoersatzteilhändler (auch von diesen gibt es in jedem Dorf so einige) entfernt. Sehr praktisch, denn zuerst mussten wir auf die Suche nach einem Ersatzschlauch gehen – der war nämlich an der Befestigungsstelle eingerissen. Einen Schlauch mit den passenden Biegungen an den richtigen Stellen gab es natürlich nicht und so wurde in der Werkstatt ein bisschen gezaubert (ein Teil neuer Schlauch, ein Teil alter Schlauch, ein Metallrohr und zwei Brieden – und …puff… das Ersatzteil war fertig). Nun musste nur noch das bei der Reparatur verlorengegangene Kühlwasser aufgefüllt werden. Keiner der sechs Ersatzteilehändler hatte ein VW-Antifreeze. Wahrscheinlich hätte auch eins der vorrätigen japanischen Antifreeze funktioniert, aber wir wollten keine Experimente eingehen und füllten somit nur mit Wasser auf – es fehlte ja nicht viel.
Weiter ging die Fahrt. Die nächste Nacht verbrachten wir zwischen LKWs, Plumpsklo und Zapfsäulen auf einem Rastplatz-Parkplatz. Am nächsten Morgen: Das Büssli tropfte fröhlich vor sich hin… an der reparierten Stelle. Wir zogen die Schrauben an den Brieden nach. Den nächsten Tag durch hat’s gehalten – drückt die Daumen, dass es auch weiter hält!

 

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Am gleichen Abend noch – wir haben es selbst fast nicht glauben können – sahen wir plötzlich den Baikalsee vor uns! Ein grosses Zwischenziel ist erreicht. Wir haben einen wunderschönen Stellplatz abseits der Strasse in einem lichten Förenwäldchen mit Sicht auf den See und umgeben von vielen kleinen Blumen gefunden und es uns für’s Erste gemütlich gemacht. Es sieht hier fast aus wie im Hochgebirge, obwohl wir nur auf 600 m sind. Morgen geht es dann weiter auf die Insel Ochlon.

 

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Novosibirsk – die 3. Motor-Reparatur

 

Nachdem wir mit sehr viel Aufwand und nach sehr langer Zeit endlich unser Paket mit den Ersatzteilen erhalten haben, sind wir natürlich so schnell wie möglich zur VW-Werkstatt gefahren. Sergei, der Spezialist auf alten Fahrzeugen, hatte ab Freitag Dienst. Da er selbst Besitzer eines T3 Transporter ist, waren wir sicher, dass unser Büssli in guten Händen ist. Die Mechaniker waren begeistert von der Qualität der Ersatzteile. Vermutlich haben sie uns nicht geglaubt, dass wir die Teile wirklich auftreiben können. Während des TNT-Express-Debakels haben allerdings auch wir daran gezweifelt, jemals unsere Ersatzteile zu erhalten.

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Während der Reparatur durfte Christian die ganze Zeit anwesend sein. Er wurde schon fast zu einem richtigen Mitarbeiter von der „Avtomir“-Werkstatt („Autowelt“-Werkstatt), inklusive Mittagessen in der Kantine. Sergei, der Manager (nicht zu verwechseln mit Sergei dem Mechaniker), hat für die Reparatur einen Tag veranschlagt. Das war schon ein wenig optimistisch, aber wir hatten nichts gegen optimistische Zeitangaben. Als erstes wurde der Motor ausgebaut. Bei unserem Fahrzeug eigentlich keine grosse Sache. Da haben die VW-Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Auspuffanlage abschrauben, Motor von Getriebe abschrauben, die Motorhalterung lösen und schon kann er unten aus dem Fahrzeug genommen werden.

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Danach ging es an die Demontage der Zylinderköpfe und den Ausbau der Zylinder. Als alles auseinandergenommen war, konnten wir die Bastelarbeit der Werkstätten in Kasachstan erkennen. Einen Stehbolzen, der bei der Montage überdehnt worden war, hatten die VW-Mechaniker in Almaty aus normalem Stahl selber neu gefertigt. Ein Wunder, dass das Ganze gehalten hat… Den O-Ring an der Unterseite vom Zylinder hatte weder der Bastler Mischa noch die VW-Werkstatt in Almaty gewechselt. Der alte O-Ring war schon fast mit dem Zylinder Eins geworden und konnte vor lauter Gummipaste zuerst gar nicht gefunden werden. Der Zylinder 3 hatte schon ziemliche Riefen und Beschädigungen. Wie vermutet, war das Wasser in diesen Zylinder eingedrungen und hatte deutliche Spuren hinterlassen.

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Während all der Arbeiten konnte Christian immer wieder ein wenig helfen. Gleichzeitig war es auch eine gute Gelegenheit, das Arbeitsverhalten in einer russischen Werkstatt zu beobachten. Einige der vor allem jungen Mechaniker lagen die meiste Zeit in der Werkstatt rum oder spielten mit ihrem Handy. Zwischendurch schraubten sie sogar noch am eigenen Fahrzeug auf dem Parkplatz rum. Vermutlich werden die Mechaniker nur für die Stunden, die sie an einem Auto arbeiten, bezahlt. Und laut eines Verkaufsangestellten in der VW-Filiale würden die Mechaniker nur so viel arbeiten wie sie müssten. Also, entweder reichen ihnen schon wenige Arbeitsstunden um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren oder es gab nicht mehr Aufträge, die sie hätten übernehmen können.

Das Mittagessen fand in der betriebseigenen Kantine in einem kleinen Raum ohne Fenster statt. Für rund 150 Rubel (knapp 4 CHF) gab es ein in der Mikrowelle aufgewärmtes Essen, das weder gut aussah noch gut schmeckte. Unser Mechaniker Sergei hat sich für die Mittagspause gerade mal 15 Minuten Zeit genommen und ist dann sofort wieder an die Arbeit zurück.

Am Abend des ersten Tages hatten wir also den Motor demontiert und alles gereinigt. Mit der Montage der neuen Zylinderköpfe wollten wir am nächsten Morgen beginnen. Alexander, der einzige deutschsprechende Mitarbeiter von Avtomir (und eine sehr grosse Hilfe beim Übersetzen), chauffierte Christian in seinem Schiguli zurück ins Hostel.

Am nächsten Morgen ging es also mit der Montage der Zylinderköpfe weiter. Von den Stehbolzen konnten wir nur den in Almaty „erneuerten“ auswechseln. Die Restlichen liessen sich nicht lösen und aus Angst, ein Gewinde im Motorenblock zu zerstören, haben wir die Bolzen drinnen gelassen. Gegen Mittag konnten wir den Motor wieder einbauen und die Schläuche und Rohre des Kühlwasserkreislaufs zusammenbauen. Einige der Kühlmittelschläuche waren schon sehr alt und es war klar, dass diese nicht mehr ewig halten würden. Dass wir aber schon sehr bald Probleme mit ihnen bekommen würden, hatten wir jedoch nicht gedacht. Aber dazu mehr im nächsten Bericht.

Gegen neun Uhr abends konnte Christian dann endlich das Büssli aus der Werkstatt fahren. Der Motor klang wie neu, war er ja teilweise auch. Nach all der praktischen Motorenschulung kann Christian die nächste Motorenrevision wohl selber durchführen ;).

Novosibirsk

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Angeblich der geografische Mittelpunkt von Russland (berechnet ohne die Krim)

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Lenin ist auch ein Skater

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Die Freiheitsstatue von Novosibirsk. Für mehr Freiheit hat es damals nicht gereicht 😉

 

 

Die unendliche Geschichte mit TNT hält uns seit einer Woche in Novosibirsk fest. Wir hatten gehofft, mehr vom Altai sehen zu können, aber das kränkelnde Büssli liess uns auf der gut befahrbaren Hauptstrasse bleiben und die Schwerfälligkeit von TNT rief uns zurück nach Novosibirsk. Wir haben glücklicherweise – über Beziehungen 😉 – ein hübsches Hostel (Hostel Provence) im Zentrum gefunden, von wo aus wir jeden Werktag zu TNT Novosibirsk spazieren, damit wir dort nicht in Vergessenheit geraten. Nebenbei versuchen wir aber auch, ein bisschen was von der Stadt zu sehen. Wenn Novosibirsk auch nicht gerade vor Sehenswürdigkeiten strotzt, so kann man sich doch mit kleineren Ausflügen die Zeit vertreiben. Wir sind zum Beispiel im grössten Einkaufszentrum der Stadt (Aura) shoppen und günstig essen gegangen, haben das kleine CCCP-(UdSSR-)Museum angeschaut und den Zoo besucht. Das Museum ist herzerfrischend. Es befindet sich in einem Kellerraum, in dem der Geruch an Omas Kleiderschrank erinnert und alles etwas chaotisch aussieht. Der Kühlschrank von 1962 läuft sogar noch und kühlt fleissig die Klappstullen der Angestellten. Das Tolle ist: Man darf alles anfassen und fotografieren. Die Angestellten bemühen sich sehr und bieten auch Führungen an. Da leider alle ausschliesslich russisch sprechen, haben wir jedoch auf eine Führung verzichtet.

Vor dem Zoo in Novosibirsk muss man im Gegensatz zu anderen Zoos in Russland keine Angst haben. Die Bedingungen, unter denen die Tiere dort eingesperrt sind, scheinen relativ anständig, wenn auch manche Käfige zu klein sind (aber das sind sie ja eigentlich in jedem Zoo). Für die Besucher ist bestens gesorgt: Die ganze Anlage ist gross, grün und durch die vielen Bäume recht schattig, was bei den sommerlichen Temperaturen hier (~30°C) super ist.

 

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Muntere Erdmännchen im Zoo

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Knutovski von Novosibirsk

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CCCP Museum

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Komisch die gleichen Plakate kann man unseren alten Bunkern sehen 😉

 

 

Novosibirsk – Обское море

In Omsk haben wir zwei Werkstätten besucht; eine war sogar auf VW spezialisiert, die andere auf Lastwagen (dort sind wir mehr per Zufall vorbeigekommen). Beide fanden, dass sie den Büssli-Motor mit den entsprechenden Ersatzteilen reparieren könnten. Wir waren jedoch nach unseren Erfahrungen in Almaty nicht so ganz davon überzeugt und wollten eine richtige VW-Werkstatt. Daher beschlossen wir mit dem Rauchzeichen-gebenden Büssli weiter nach Novosibirsk zu fahren. Dort gibt es nämlich eine offizielle VW-Werkstatt. Sogar zwei laut Internet. Die 800 Kilometer von Omsk nach Novosibirsk liefen dann auch ganz flott und ohne weitere Probleme. Zu bewundern gab es vor allem die weite sibirische Landschaft. Ein bisschen wie Finnland, aber viel grösser. Die Übernachtungsplätze haben wir versucht, so mückenarm wie möglich auszusuchen, aber das war eigentlich praktisch nicht möglich. Und wenn es doch mal wenig Mücken gab, dann gab es viele kleine, lästige Fliegen.

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In Novosibirsk haben wir einen der beiden VW-Vertreter angesteuert. Nach einer kurzen Diagnose des Motors haben wir erfahren, dass es wohl ein Leck im Kühlwasserkreislauf gibt. Eigentlich ja nichts Neues für uns; spannend war aber, dass sie die Diagnose anhand der Verfärbung der Zündkerzen erstellt hatten. So konnte sogar bestimmt werden, welcher Zylinder Wasser frisst. Hätten wir das auch schon vor unseren Ferien feststellen können? Naja, wir lernen dazu. Wie auch immer, die Zündkerzen waren eh schon überfällig und so haben wir diese auch gleich gewechselt. Wir haben für den nächsten Tag einen neuen Termin ausgemacht, um zu schauen, ob eine Verfärbung der neuen Kerzen die Diagnose bestätigt. Ausserdem wollten wir das Ventilspiel einstellen lassen, in der Hoffnung, dass dann das Klappern der Stössel, das uns seit Almaty verfolgt, verschwindet.

In der Werkstatt haben wir Aleksandar kennengelernt. Ein Russe mit deutscher Abstammung. Er war eine grosse Hilfe beim Übersetzen und zeigte uns am Abend dann auch einen wunderschönen Platz am Обское море, dem Novosibirsker „Meer“ (Stausee), wo wir übernachten konnten. Nach einer kurzen Nacht und einem morgendlichen Bad im kühlen See sind wir wieder in die Werkstatt gefahren. Der Mechaniker, der sogar eine russische Ausgabe unseres Büssli-Handbuches hatte, stellte das Ventilspiel ein. Er ist selbst Besitzer einer VW-Busses ist (vermutlich einer der östlichsten der Welt), was uns irgendwie beruhigt hat. Bei einem solchen Mechaniker ist unser Büssli in guten Händen. Der erneute Check der Zündkerze im vermutlich kränkelnden Zylinder 3 war wieder verfärbt – das Leck war somit bestätigt. Da die Dichtungen ja gerade erst gewechselt wurden, vermuten wir das Leck im Zylinderkopf selbst (auch wenn unser Mech in der Schweiz noch nie so etwas erlebt hat). Den Grund für das laute Motorengeräusch, das wir seit Almaty hören, wurde auch gefunden: ein Leck im Auspuff direkt nach dem Zylinderkopf. Nicht tragisch, einfach nur laut. Die Stössel klappern leider auch nach dem Einstellen noch immer wie zuvor.

Also, neue Zylinderköpfe müssen her. Da es schon spät war, sind wir wieder zum Обское море rausgefahren, um dort die Nacht zu verbringen. Die Ersatzteillogistik wollten wir am nächsten Tag organisieren. Da wussten wir aber noch nicht wie kompliziert Mutti Russland sich anstellen kann…

Am Обское море war unser Plätzchen von der vorheriger Nacht leider schon besetzt, so dass wir uns ein wenig daneben platzieren mussten. Zum Abendessen gab es leckeren Lachs vom Grill und Nudelsalat – das erste Mal seit langem, dass wir die Zeit und Musse hatten, etwas zu kochen. Und dann auch noch etwas anderes als Pasta mit Tomatensauce. Bevor wir zum Essen kamen, wurde Christian jedoch von unseren russischen Nachbarn zur Ausbesserung der Treppe, die an den See hinunterführte, eingespannt. Zusammen mit Sasch und Sergei „durfte“ er Sand schaufeln und Holzblöcke eingraben. Zum Dank gab es später Wodka, Tee und selbstgebackene Hotdogs.

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Christian hatte sich beim Treppenbau so gut angestellt, dass er nach unserem Lachs-Abendessen wieder helfen sollte. Diesmal beim „Fischen nach russischer Art“. Die vier Männer haben sich in die Fluten gestürzt und ein Stück vom Ufer entfernt zwei lange Fischernetze im See ausgebreitet. Am nächsten Morgen um 5 wollten die Russen sie wieder einholen (dann seien die Netze voller Fische). Natürlich wieder mit Christians Hilfe, ist ja klar! Christian war natürlich hellauf begeistert und voller Tatendrang :). Aber eigentlich hoffte er, dass sie uns dann doch nicht wecken würden…

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Später am Abend kam uns noch Aleksandar mit seiner Frau besuchen. Sie brachten uns frisches Gemüse aus ihrem Garten mit (das bekommt man hier sonst nur auf Märkten – in den Supermärkten ist das Gemüse selten frisch) Ausserdem haben sie uns selbstgemachte Gefüllte Weinblätter geschenkt – lecker! Bis um halb drei haben wir uns bei Wodka und Bier mit Aleksandar und seiner Frau sowie mit einem unserer Zeltnachbarn unterhalten. Unser Zeltnachbar hat uns dabei unsere Landkarte neu beschriftet und alle schönen Orte von Novosibirsk bis Wladiwostok eingekreist.

Am nächsten Morgen – zum Glück nicht um fünf, sondern erst um halb acht – polterte es dann ans Büssli. „Ryba, Ryba“ („Fisch, Fisch“), wurde gerufen und wieder geklopft. Bald war klar, dass Christian wohl zum Dienst antreten musste. Also, auf in die Badehose und ins kühle Nass. Mit einer Luftmatratze bewaffnet, schwammen die drei Herren (der Vierte, unser nächtlicher Besucher, schlummerte noch tief und fest in seinem Zelt) Richtung Netze und siehe da: Die Netze waren tatsächlich voll mit Fischen. Mindestens drei verschiedene Sorten (vermutlich Egli, kleine Hechte und sonst noch etwas Forellenähnliches) von 5 bis 30 cm Länge und etwa 20 Stück pro Netz. Nachdem alles auf die Luftmatratze geladen war, wurde diese samt Fischen das steile Ufer hinaufgehievt. Die russischen Fischerkollegen sprachen dann schon wieder von Wodka, aber Christian lehnte dankend ab und legte sich nochmals aufs Ohr. Der gestrige Abend war lang…

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Winterthur

Winti, wir vermissen dich und vor allem das beste, schönste und tollste Festival der Schweiz, das wir dieses Jahr verpassen werden. Aber irgendeiner muss ja mal durch das Tor zum Osten wirklich nach Osten fahren.

Ah ja, und wieso die glücklichsten Männer in Luzern wohnen, wissen wir schon, gell Stephanie? 😉