Almaty – eine unendliche Geschichte

Wir kommen hier einfach nicht weg – es ist wie verhext! Vielleicht liegt es daran, dass wir bisher keine Sehenswürdigkeiten angeschaut haben und Almaty uns deswegen nicht gehen lassen will!? Aber ehrlich gesagt, steht uns gar nicht der Sinn nach Sightseeing. Und das liegt vor allem an den Geschehnissen der letzten Tage:

Die Werkstatt, in die wir das Büssli gebracht hatten, hat sich als echte Chaoten-Werkstatt entpuppt. Äusserlich war uns das ja von Anfang an klar, aber sie war auch sonst so. Kommunikation mies (nicht nur wegen der Sprachbarriere, es wurde sich auch sonst keine Mühe gegeben), demotivierte Mitarbeiter, schlafende Mechaniker, Unzuverlässigkeit und schluderige Arbeit. Das Ergebnis war, dass wir das Büssli zwar am letzten Freitagnachmittag abholen konnten, unsere Freude und der Büssli-Motor allerdings nur etwa 40 km hielten. Dann blinkten Warnlampen auf: Wassertemperatur zu hoch! Freitagabend an der Schnellstrasse. Wir riefen den Mechaniker an, der uns nur sagte, dass jetzt Feierabend sei und er sich am nächsten Tag darum kümmern würde. Somit blieb uns nichts anderes übrig, als das Büssli ein Stück neben die Strasse zu fahren und die Nacht dort zu verbringen. Wir parkten zufälligerweise neben einem Wachhäuschen, dass zu einer Baustelle gehörte. Am Samstagmorgen kam ein Wachmann zu uns und fragte, was wir dort machten. Nachdem wir ihm erklärt hatten, was los war, nahm er sich unserer an und telefonierte mit dem Mechaniker. So oft bis dieser mit drei Buddys gegen 1 Uhr Mittag im Auto kam. Die Vier betrachteten unser Problem, diskutierten und überlegten, was zu tun sei. Dann fuhren wir zusammen mit dem Mechaniker im Büssli langsam Richtung Werkstatt zurück.
Da ein Teil des Problems an fehlenden Ersatzteilen lag (der Mechaniker hat sozusagen auf gut Glück einen „ungefähr passenden“ Dichtsatz eingebaut, da es in Kasachstan anscheinend keinen genau passenden Dichtsatz für unseren Motor gibt), haben wir beschlossen einen Dichtsatz aus der Schweiz schicken zu lassen – damit die Bastelei ein Ende hat. Ein anderer Teil des Problems war der Mechaniker selber, der keinerlei Erfahrung mit dieser Art Motoren hatte. Damit auch das ein Ende hat, gingen wir am Montagmorgen zur VW-Werkstatt und schilderten dort unser Problem. Unser erster Eindruck war so viel positiver als bei der anderen Werkstatt und die vorhergesagten Kosten gleich hoch wie bei der Bastel-Werkstatt. Die Sache war klar und wir liessen das Büssli am Dienstagmorgen per Abschleppwagen zur VW-Werkstatt bringen. Jetzt steht es dort im sicheren Hinterhof und wartet auf die Ersatzteile. Da die Mechaniker selber ja kein englisch oder deutsch sprechen, wurde uns sogar ein deutsch-sprechender Mitarbeiter an die Seite gestellt. Das ist mal Service! Ein guter Anfang.

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Unser Quartier haben wir nach der Rückkehr nach Almaty am Samstag auch gewechselt. Wir waren so froh aus diesem Apartment-Loch gekommen zu sein, dass wir auf keinen Fall dorthin zurück wollten. Stattdessen haben wir ein niedliches, kleines Hostel im Zentrum gefunden („Almaty Central Hostel“). Die Besitzer, ein älteres Ehepaar, sind mega lieb und hilfsbereit. Wir haben zwar keine Zimmertür, sondern nur einen Vorhang, der unser 2er-Zimmer von einem 6er-Zimmer trennt, aber da kaum andere Gäste da sind, ist das kein Problem.

Unser Mech in Winti hat uns gestern ein Paket mit einem Motorendichtsatz geschnürt, das nun per UPS auf dem Weg nach Almaty ist (eine UPS-Sendung zu erstellen, ist übrigens auch eine Wissenschaft für sich!). Im Moment ist das Paket in Frankfurt und wir hoffen, dass es seinen Flieger erwischt. Wenn alles läuft wie geplant, dann sollte das es am Donnerstagabend hier ankommen. Wir drücken die Daumen! Denn Ende nächster Woche läuft zu alledem auch noch unser Visum aus und wir haben ja noch ein Stück Weg vor uns bis nach Russland…

3 Gedanken zu “Almaty – eine unendliche Geschichte

  1. Lese Eure Berichte mit Begeisterung. Sitzen in der VW Werkstatt in Almaty und hoffen auf Erfolgsmeldung. Danke nochmals, Ihr beiden lieben aus der „Rakete“ für den Hinweis. Gute Reise und viel Glück. Ein Tipp von mir persönlich: um die „Obos“ laufen, Steine oder was anderes hinlegen. Wünsche loswerden und feeeeesssstttt daran glauben. Dann hilfts!!!!

  2. Hach, die beschriebene Arbeitsmoral… „Kommunikation mies (nicht nur wegen der Sprachbarriere, es wurde sich auch sonst keine Mühe gegeben), demotivierte Mitarbeiter, schlafende Mechaniker, Unzuverlässigkeit und schluderige Arbeit.“ Fühlt man sich doch sofort wie zu Hause, nicht? 🙂
    Wünsche euch viel Glück (kann man vermutlich brauchen) bei der Instandsetzung…

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